Hubert Wegemund hat uns einen schönen Turnierbericht für unsere Homepage zugesandt:
Bereits zum dritten Mal nahm ich an den offenen Seniorenmeisterschaften von Rheinland-Pfalz teil, die vom 12. August bis 20. August wieder in Altenkirchen im Westerwald stattfanden. Wie in den Vorjahren wohnte ich wieder im Sporthotel Glockengießer, das auch die Spielstätte der Meisterschaften ist und durch seine gekühlten Räume, ein angenehmer Ort zum Schachspielen ist. Wie jedes Jahr wurde das Turnier durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm und ein engagiertes Organisations- und Schiedsrichterteam begleitet.
Das Sporthotel zeichnet sich besonders dadurch aus, dass die Zimmer alle mit Sportthemen ausgestattet sind. Nachdem ich in den Vorjahren das V.I.P-Zimmer und das Schachzimmer bekam, war ich dieses Jahr nun im 3. Stock bei den Wintersportarten untergebracht. Ich hatte das Zimmer eines alpinen Bergsteigers. Jeden Morgen beim Aufwachen sah ich auf das etwa 2 x 1,5 Meter große Bild eines alpinen Bergsteigers, der in einer eisigen Felswand den Blick nach oben dem Gipfel zustrebte. Mein Bett war eine Art Almhütte mit Fenster und einem Holzdach. Natürlich war das Zimmer auch mit Eispickel und Bergsteigerseilen themengerecht ausgestattet.
„Den Gipfel erklimmen!“ war also das Motto dieses Turnieres, an das ich jedes Mal beim Betreten des Zimmers erinnert wurde. Nun, nach einem mäßigen Start hatte ich 1,5 Punkte aus 3 Partien auf meinem Konto und hatte schon etwas den Gipfel aus den Augen verloren. Nach einem kleinen Zwischenspurt waren es 4 Punkte aus 6 Partien, nachdem ich mir tapfer gegen die 93-jährige (!) Schachlegende Erich Krüger ein Remis erkämpft hatte. 4 aus 6 Punkte hatte ich auch in den Vorjahren, doch nach Niederlagen in Runde 7 und 8 fiel ich vorzeitig zurück ins Basislager ohne das Gipfelkreuz gesehen zu haben. Die Runde 7 war auch dieses Jahr wieder eine richtungsweisende Runde. Ich hatte mit Alexander Okrajek einen Gegner mit einer Zahl knapp unter 2200 zugelost bekommen und spielte wie gegen Erich Krüger ein für meine Verhältnisse gutes und ideenreiches Endspiel, das allerdings auch mit beiderseitigen lehrreichen Fehlern begleitet war. Am Ende verlor ich, nachdem ich zum Ende der Partie meine Remischance aus dem Blick verloren hatte. So ging es also wieder etwas bergab. Allerdings nur kurz, den die 8. Partie gewann ich durch ein mutiges positionelles Figurenopfer in glanzvoller Weise. In Runde 9 ging es dann leider wieder bergab. Zwar konnte ich durch ein taktisches Manöver einen Bauern gewinnen, machte jedoch 2 Züge danach einen Fehlzug, der mich einen Springer kostete. Zwar hatte ich dafür 3 Bauern erhalten, aber das Läuferpaar meines Gegners erwies sich als zu stark. Mit 5 Punkten aus 9 Partien beendete ich das Turnier auf Rang 27 ohne jedoch das Gipfelkreuz gesehen zu haben.